Geburtstagsgeschenke, Jimi Hendrix und andere Kleinigkeiten

Als die Auslosung Zawierce bekanntgegeben wurde war klar, wir werden nach Polen reisen. Es wurden die Fahrpläne nach Zügen durchforstet, Busse angefragt und Flugverbindungen gecheckt. Dummerweise stellten wir dann nach einer Weile fest, das polnische Team spielt nicht in seiner Heimhalle, sondern in Dabrowa Gornicza-Katowice. Also alle Reisepläne umgeworfen und geprüft, es gibt einen durchgehenden Zug nach Katowice und dann mit dem Regionalverkehr nach Dabrowa. Wir buchten Zimmer im Holiday Inn, weil die Halle nur 5 Fußminuten entfernt ist.
Dienstagvormittag starten dann Hartmut, Gitti, Gerlind, Joachim, Dietmar, Monika und Nic pünktlich in Berlin mit dem ICE nach Katowice. Ich hatte dank des „Heimvorteils: Leben an der polnischen Grenze“ nur eine kurze Anreise zum Zug nach Frankfurt/Oder. Dank Schienenersatzverkehr und ungünstiger Fahrzeiten (1 Stunde zu früh am Bahnhof), wäre ich früher nach Frankfurt losgefahren als sonst zur Schmeling Halle, nämlich 2 Stunden. Also doch wieder Anreise mit dem Auto zum Bahnhof nach Frankfurt und P+R am Bahnhof nutzen.
11.50 Uhr saßen wir dann alle im Zug. Die Platzverteilung bzw. Nummerierung im Zug erschloss sich uns nicht, wir mussten zwar einen Sitzplatz buchen, konnten ihn aber nicht aussuchen. Wer glaubt, die Sitzplätze 61 und 62 liegen nebeneinander, liegt falsch. Wir saßen letztendlich alle in verschiedenen Reihen. Ohne Zwischenfälle erreichten wir pünktlich Katowice. Dank vorheriger Recherche hatten wir den Startpunkt des Busses herausgefunden. Das Navi gönnte uns einen kleinen Stadtrundgang und wir fanden den Weihnachtsmarkt und damit das Ausflugsziel für den nächsten Tag.

 

Eine Stunde später sind wir dann im Hotel pünktlich zum Trainingsbeginn der Mannschaft angekommen. Nach der Begrüßung durch den Busfahrer Tilo und dem Einchecken, gönnten wir uns erst mal ein Abendessen im Restaurant des Hotels. Kleines Manko war die Ansage es könnte etwas länger dauern. So haben wir tatsächlich 90 Minuten auf unser Essen gewartet. Die Mannschaftsessen für unser und das polnische Team wurden bevorzugt behandelt und wir durften warten. Halb verhungert konnten wir dann gegen neun endlich essen. Das Essen war lecker aber leider nur lauwarm. Das Bier und andere diverse Getränke entschädigten für die Wartezeit. Auf Nachfrage hieß es die Mannschaft frühstückt halb neun, also verabredeten wir uns für acht Uhr, damit wir nicht wieder auf unser Essen warten mussten. Hat jetzt nur suboptimal funktioniert, da auch die Polen die gleiche Frühstückszeit anvisiert hatten und es somit trotzdem voll war.
Anschließend machten wir uns per Zug auf dem Weg nach Katowice, unterwegs trafen wir dann Jimi Hendrix auf einer Parkbank.

Auf dem Weihnachtsmarkt angekommen gab es natürlich den obligatorischen Glühwein und anschließend suchten wir uns eine Lokalität mit polnischer Küche. Nach einigen Suchen wurden wir fündig und konnten uns so optimal auf das Spiel vorbereiten (Grundlage für das Bier schaffen). Im Hotel zurück trafen wir dann auf Lars, Angelika, Gabi und Thomas. Sie waren mit den Autos angereist. Nach einem Cappuccino im Hotelrestaurant ging es zum Umziehen kurz auf das Zimmer und wir wanderten gemeinsam zur Halle. Dank Olli und dem polnischen Team konnten wir mit Freikarten das Spiel ansehen.
Hier platzierten wir unseren Banner und ein paar von uns enterten die Sportbar. Da es ja regelmäßig nicht mit dem Team of the week im Bounce House klappt, wollte Ruben offensichtlich auch mal der Größte sein.

Die Fans von Zawierce, die wie eine gelbe Wand die gegenüberliegende Tribüne einnahmen, starteten dann wie in Polen gewohnt mit Fangesängen und lautstarkem Trommeln. Wir fanden unsere „Lärmlücken“, sodass wir auch von unserer Mannschaft gehört wurden. Wir saßen direkt hinter der Aufwärmzone, so dass wir den polnischen Wechselspielern gehörig auf den Keks gehen konnten. Das Anfeuern hat geholfen, wir konnten das Spiel gegen die starken und favorisierten Polen mit 3 zu 1 gewinnen. Ich hatte also richtig getippt.

Das war auch ein würdiges Geburtstagsgeschenk für Tim Carle. Das obligatorische Ständchen sangen wir nach dem Spiel für ihn. Am Mannschaftsbus wurde die Wartezeit dank Tilo mit Freibier verkürzt und wir konnten noch kurz mit Spielern quatschen. Abendessen im Hotel, diesmal mit den Mitarbeitern der Geschäftsstelle, es ging auch sehr viel schneller als am Vortag. Die Bar im obersten Stockwerk war unsere nächste Wahl. Gegen 2 Uhr machten wir uns auf den Weg in unsere Zimmer, das Frühstück war schließlich wieder um 8 Uhr angesetzt.


Der Bus brachte uns dann so pünktlich zum Bahnhof, dass es sogar noch zu einem kleinen Shoppingausflug reichte. Nach einer fünfstündigen Fahrt bin ich dann wieder in Frankfurt angekommen und der Zug hatte nur leichte Verspätung. Eine Stunde später waren dann auch die Berliner wieder zu Hause.

 

Text und Bilder: Silvana Jahnke

 

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