Unterschleißheim 2.0 und andere Leiden der reisenden Fans

Fünf Fans des 7. Mann machten sich bereit, unser Team im hochstilisierten Brüderduell zu unterstützen.

Alles war bereit, nur eben die Bahn nicht. Moni und Joachim wollten den ICE mit ausreichend Zeit um 8:36 Uhr ab Berlin nützen mit Ankunft um 12:37 Uhr in München, dann gemütlich weiter nach Dachau, einchecken im Hotel und in den Treffpunkt „Tafernwirtschaft“ am Bahnhof Dachau zu pilgern. Gerlind mit Enkelin und Silvana hatten eine Stunde später den Sprinter gebucht, also alles gut und doch, es kam anders.

Der erste Zug wurde mit dem üblichen Verspätungsbla nach einer halben Stunde aus dem Programm genommen, ohne Alternative. Der zweite Zug kam mit fünf Wagen zu wenig an, die Menschen aus dem vorherigen Zug standen aber an den überfüllten Bahnsteigen und drängten in das geschrumpfte Angebot. Also in den Bahnhöfen die Durchsage: raus aus dem Zug wir fahren so nicht weiter. Stehen in Erfurt und ein weiteres Abstehen in Halle, die 50 % Rückerstattung waren bereits eingetütet. Für Moni und Joachim ging es dann kurz vor elf weiter, mit Umleitung, weil vor Erfurt ein Weichenschaden war und auch das kennen wir von der Anfahrt unserer Freunde aus Düren, steht da halt ein kaputter Güterzug im Weg. Ankunft in München um 16:53 Uhr, 4,5 Stunden später, für die beiden keine „Tafernwirtschaft“, die Einsparungen für ein gemeinsames Essen mit den vier anderen setzten sie dann in die Taxikosten um. Zeichen setzen

Pünktlich eine halbe Stunde vor Spielbeginn trafen wir uns in der Halle, Gerlind gemeinsam mit ihrer Enkelin und Silvana, die Madlen unterwegs noch eingesammelt hatten, bildeten wir eine stattliche Gruppe, die sich dann im Spiel lautstark gegen die Dachauer Übermacht zur Wehr setzten. Die Zuschauenden aus Dachau bekamen dann ein wahres Spektakel geboten, verloren sie doch jeweils deutlich die Sätze eins und drei, konnten aber den zweiten  und vierten Satz gemeinsam mit ihrem Team abfeiern. Dies führte zu einer wechselseitigen Euphorie zwischen Mannschaft und Publikum, die unseren lautstarken Support nur wenig durchsetzungsfähig erscheinen ließ.  Ein schwerer Stand gegen das euporisierte Dachauer PublikumDie Erinnerungen an die 2:3-Niederlage in Unterschleißheim vor knapp zwei Jahren saß uns im Nacken und wurde vom Dachauer Hallensprecher immer wieder lautstark betont. Letztlich routiniert wurde der fünfte Satz zu unseren Gunsten zu Ende gebracht. Freundschaftliches Abklatschen mit den uns umgebenden Dachauer Fans, gefolgt mit der Mannschaft aus Dachau, die sich mit großer Freude von uns verabschiedeten, konnten wir unsere Jungs dann in Empfang nehmen. Wie verhalten der Jubel ob des Punktverlustes beim Team und auch bei uns war, dürft ihr euch nun selbst ausdenken.

Verhaltener Jubel nach dem PunktverlustFazit: So wie das Team von Trainer Steuerwald dem Älteren heute in diesem Schuhkarton von Halle aufgespielt hat, werden sie nichts mit einem Abstiegsplatz zu tun haben. Wir können uns freuen, in der nächsten Saison wieder eines dieser Spiele  in Dachau auf dem Programm zu haben, in der eine angezündete Halle soviel Energie erzeugt,  dass Selbst der Frust des Ergebnisses darin schon fast zur Nebensache wird.

Übrigens sind wir alle gut ins vereiste Berlin mit nur wenig Verzögerung zurückgekehrt.

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