Toller Sieg in Slowenien – leider ohne den erhofften Lohn

  • 14. Februar 2020

Ganze zwölf Mitglieder des 7.Mann machten sich auf den Weg nach Ljubljana, um unser Team bei der Minimalchance auf das Weiterkommen in der Champions League zu unterstützen. Aufgrund der angenehmen Erinnerung an unsere Auswärtsfahrt im Januar 2015, reisten wir einen Tag früher in die slowenische Hauptstadt, denn diese schöne Stadt lohnt den Besuch allemal. Fünf von uns flogen von Tegel direkt nach Zagreb, um von dort mit einem Leihwagen nach Ljubljana zu fahren. Die anderen sieben zogen den Flug nach Ljubljana vor, allerdings mit Umstieg in München. Angenehm war die Tatsache, dass auch unser Team exakt dieselbe Verbindung nutzte. So konnten wir mit den Jungs das eine oder andere Gespräch führen. Natürlich wurde gerechnet was passieren muss, wenn wir noch in die KO-Phase kommen wollen. Mit leichter Verspätung ging es nach München, was aber kein Problem darstellen sollte, da auch unser Anschlussflug mit ähnlicher Verzögerung startete. So kamen wir mit knapp 40 Minuten Verspätung in Ljubljana an. Während die Mannschaft natürlich mit einem vom Gastgeber gestellten Bus in ihr Hotel gefahren wurde, fuhren wir mit einem vorab bestellten Shuttle in unser Hotel, welches im Herzen der Altstadt liegt.
Wie sich herausstellte, war das eine ganz hervorragende Wahl, denn wir erreichten nicht nur als sehenswerte Punkte zu Fuß, sondern auch die Spielhalle war fußläufig erreichbar. Hier trafen sich dann auch beide Reisegruppen, denn alle zwölf hatten hier gebucht. Am Dienstag ging es dann noch gemütlich durch die Altstadt, wir fanden ein hervorragendes Restaurant zum Abendessen und landeten dann abends in einer urigen Kneipe. Am Mittwoch dann, teilweise per Lift, teilweise zu Fuß hinauf auf die Burg, von der man einen herrlichen Blick über die gesamte Stadt hat. Anschließend ein kurzer Imbiss und dann noch mit einer „Bimmelbahn“ auf Tour durch die Stadt. Ein kurzes Bier zur Einstimmung, ab ins Hotel zum anlegen unserer Kampfkleidung und frohen Mutes in die Arena. Wir waren dann auch die allerersten Besucher und konnten unsere Banner optimal ausbreiten, was wir auch ausnutzten, denn wir gingen nicht davon aus, dass viele Zuschauer kommen würden. Schließlich waren es nur noch 40 Minuten bis Spielbeginn, und wir waren immer noch fast alleine. Erfreulicherweise hatten wir auf unserer Tribünenseite auch einen Getränkestand, den wir in 2015 leider vermissen mussten. Also diesen natürlich aufgesucht, und während wir gemütlich an unserem Bierbecher nippten, glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Plötzlich stürmte eine riesige Horde Jugendlicher die Halle, und füllte unsere Seite in einem rasenden Tempo. Der Heimverein hatte alle Schulen eingeladen, damit die Halle optisch gut besucht ist. Alle wurden auch auf unserer Seite platziert, weil diese in den Blickfang der Fernsehkameras fiel. Auf der gleich großen Tribüne gegenüber, saß nicht ein einziger Zuschauer, lediglich vier Reporter hielten sich dort auf, um Fotos zu schießen. Das Gesamtbild war somit absolut skurril, während unsere Seite proppenvoll war, herrschte auf der gegenüberliegenden Seite eine Geisteratmosphäre. Wir schätzen mal, dass es maximal 100 Zuschauer waren, die tatsächlich als zahlende Zuschauer anwesend waren. Was positiv zu erwähnen ist, dass diese jugendlichen Zuschauer unsere großen Banner respektierten, und sich brav darum platzierten. Somit war natürlich unser Banner stets gut im Blickfang der Kameras. Im Vorfeld des Spiels sahen wir per Liveticker das Ergebnis aus Novy Urengoy, der Gastgeber gewann mit 3:0 gegen Kemerowo. Also Teil 1 unseres Plans war erfüllt, nun mussten wir nachlegen und mindestens 3:1 gewinnen, um dann mit einem Sieg in Kemerowo doch noch die KO-Phase zu erreichen. Cedric startete mit der Stamm-Sechs, und zunächst lief es eigentlich ganz gut. Doch allzu viele Aufschlagfehler verhinderten einen Satzerfolg. Nun galt es, aber unsere Jungs fanden leider immer noch nicht ins Spiel. Cedric begann dann nach und nach mit Spielerwechseln, aber der 2.Satz war nicht mehr zu retten. Somit wussten wir, dass alle Träume ausgeträumt waren, denn nur drei Punkte hätten unsere Hoffnung noch aufrecht halten können. Aber unsere zweite Sechs drehte dann mächtig auf, der dritte Satz war ja schon fast ein verprügeln des Gegners. Es ist einfach sehr erfreulich zu wissen, dass wir eine derart starke Bank haben, die jederzeit in der Lage ist, ein Spiel zu bestimmen. Und so war es dann auch weiterhin; wir wackelten zwar nochmal kurz im Tiebreak, aber nervenstark brachten die Jungs den Sieg in den sicheren Hafen. Natürlich war unsere Freude riesig, denn ein Auswärtssieg macht immer Spaß. Trotz der Gewissheit, dass wir ausgeschieden sind, machten wir uns gut gelaunt auf den Weg in die urige Kneipe, in der wir schon den Vorabend verbrachten. Diesmal saßen wir draußen, wo allerdings ein großer Kamin für angenehme Wärme sorgte. Auf mehreren Bildschirmen liefen verschiedene Sportveranstaltungen, und zu vorgerückter Stunde doch tatsächlich unser Spiel als Aufzeichnung. So konnten wir das Spiel nochmal Revue passieren lassen, und uns über den einen oder anderen verlorenen Punkt nochmal ärgern. Am Donnerstag lief es dann für beide Reisegruppen gut und pünktlich, am Nachmittag waren alle wieder Zuhause.
Allerdings lässt das Fanleben nicht viel Ruhe aufkommen, denn für die meisten heißt es bereits am Samstag – auf zum Pokalfinale nach Mannheim.